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Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future

Am Samstag, 25.09.2021, fand die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten e.V. als Online-Konferenz statt.

Ursprünglich waren Weingarten als Tagungsort und eine Exkursion auf die Insel Mainau geplant.

Flyer (English version)

Rückschau auf die Jahrestagung 2021

Schulgärten als sinnstiftende Lernorte

Mehr als 100 Teilnehmende aus ganz Europa tauschten sich Ende September bei der Online-Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten e.V. über Gärten als Orte der Naturerfahrung und des Wohlbefindens aus

Weingarten – Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Belastungen von Boden, Wasser und Luft stellen die Menschen vor große globale Herausforderungen. „Es ist wichtig, dass wir alle verstehen, dass Natur und speziell Pflanzen die Basis unseres Lebens sind“, sagte Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, in ihrem Grußwort zur Online-Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Schulgarten e.V. am letzten Septemberwochenende. Gräfin Bernadotte hatte die Schirmherrschaft der Tagung übernommen, bei der sich mehr als 100 Teilnehmende aus ganz Europa virtuell austauschten.

Ursprünglich sei Weingarten als Tagungsort für die Feier zum zehnjährigen BAG-Bestehen vorgesehen und eine Exkursion auf die Insel Mainau geplant gewesen, berichtete Professorin Dr. Dorothee Benkowitz, Fachsprecherin Biologie an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Bei ihr lag die Organisatorin der Veranstaltung. Im Zuge der Corona-Pandemie habe man sich aber für eine virtuelle Jahrestagung entschieden. Gemeinsam mit weiteren Hochschulen, Vereinen, Verbänden und Firmen engagiert sich die PH als Mitglied in der Schulgarten-Bundesarbeitsgemeinschaft. In vielen Ländern gebe es gute Ideen und kreative Impulse zum Thema Schulgarten als idealem Lernort. „Zeit zum gemeinsamen Handeln ist genau jetzt!“, so Prof. Benkowitz. 

Die Tagung sei ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der Schulgartenarbeit, betonte Professor Dr. Bernd Reinhoffer, PH-Prorektor Lehre, der die Teilnehmenden begrüßte und dem Organisationsteam um Professorin Benkowitz dankte. Die PH verstehe sich als Ort der Bildung, auch der Umweltbildung, und fördere lebenslanges Lernen. 

Nur wenn Kinder Natur unmittelbar erleben könnten, werde es gelingen, sie zu nachhaltigem Handeln anzuregen, gab Gräfin Bernadotte zu bedenken. Es liege ihr sehr am Herzen, dass Kinder schon früh lernen, wie Pflanzen funktionieren und was man aus ihnen machen kann. In dem „grünen Labor“ Schulgarten könnten sie beobachten und entdecken, Lebenskreisläufe kennenlernen, Selbstwirksamkeit erfahren, Verantwortung übernehmen und dabei jede Menge Spaß haben. Gräfin Bernadotte bedankte sich bei allen für und in den Schulgärten Aktiven für deren „großartiges Engagement, das Thema Schulgarten weiter zu beleben“ und ein europäisches Netzwerk aufzubauen. „Denn nur, wenn wir uns austauschen, inspirieren und voneinander lernen, können wir anstehende Aufgaben gut lösen.“

Ort der Naturerfahrung & Quelle des Wohlbefindens

Dass Gärten und Schulgärten immer mehr an Bedeutung gewinnen, wurde im Hauptvortrag von Professorin Dr. Carolin Retzlaff-Fürst von der Universität Rostock deutlich. In einer Prognose gehe die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass in circa 30 Jahren nahezu 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, berichtete die Referentin. Der Mensch brauche aber die Natur, Naturkontakt und Naturerfahrungen, betonte sie. Zahlreiche Untersuchungen belegten mittlerweile, dass sich Naturerfahrungen positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkten. Die Natur biete Interaktion, Möglichkeiten zur Beobachtung und Auseinandersetzung oder auch sinnliche Erlebnisse und wecke Emotionen. Sie habe sowohl biophysische als auch indirekte Effekte. Biophysisch gesehen fungiere die Natur – gefühlt und messbar – als Luftschmutzfilter, verbessere die Luftwerte und verringere die Verbreitung von Krankheiten der Atemwege. In zugepflasterten Regionen hingegen, so Prof. Retzlaff-Fürst weiter, führten erhöhte Temperaturen nicht selten zu Kopfschmerzen, Erschöpfung oder auch Kreislaufkrankheiten. Als indirekte Effekte der Natur nannte die Expertin den Anreiz zur Bewegung, die Förderung der geistigen Gesundheit, Stressreduktion und die Reduzierung von Krankheiten, die durch einen sitzenden Lebensstil bewirkt werden. Erwiesen sei zudem, dass Aufenthalte in der Natur vor allem auch für Kinder und Jugendliche gesundheitsfördernd seien und Bewegungsmangel, Übergewicht, Allergien, Stress und Entwicklungsstörungen entgegenwirkten.

Die Ergebnisse empirischer Forschungen zeigten gleichfalls, dass der Garten nicht nur ein Ort der Naturerfahrung, sondern auch Quelle des Wohlbefindens sei, betonte die Referentin. So bestätigten beispielsweise weibliche und männliche Studien-Teilnehmende, die nach drei Stunden aktiver Gartenarbeit einen Fragebogen beantworteten, dass sich das Experimentieren, Umgraben, Pflanzen und Jäten im Garten positiv auf ihr Wohlbefinden ausgewirkt und ihr Selbstwertgefühl gesteigert habe. Am meisten von Aufenthalten in der Natur profitierten – auch das haben Studien gezeigt – die jüngsten Altersgruppen und psychisch Kranke. „Grün macht vergnügt“, laute die Devise, so Professorin Retzlaff-Fürst. „Wir sollten daher alle Potenziale nutzen, um unseren Schulen Schulgärten zu ermöglichen“, so ihr Appell. 

Im Anschluss an den Hauptvortrag erhielten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops praxisorientierte Tipps und Anregungen zur Gestaltung und unterrichtlichen Nutzung von Schulgärten als sinnstiftenden Lernorten.

Projekt Schoolgarden goes Europe

Im Vorprogramm der Jahrestagung informierten die Veranstalter über das Erasmus Plus-Projekt Schoolgarden goes Europe. Zu Schulgärten als wirkungsvollen Lernorten, in denen lokales Handeln mit globalem Denken sinnstiftend verknüpft werden könne, sei europaweit viel Expertise vorhanden, sagte PH-Professorin Benkowitz, die für die PH Weingarten Ansprechpartnerin des Projekts ist. Um den Austausch von Best Practice-Beispielen zu ermöglichen und zu fördern, werde in diesem von der EU geförderten Projekt daher gemeinsam mit Kollegen der PH Vorarlberg und der Széchenyi István Universität in Ungarn ein europäisches Netzwerk von Schulgärtnerinnen und Schulgärtnern auf- und ausgebaut.

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Text: Barbara Müller
Fotos/Grafik: PH Weingarten

Greeting by  Bettina Countess Bernadotte

Climate change, loss of biodiversity, contamination of soil, water and air – we are indeed living in an era of enormous global challenges. In order to enable future generations to live well on this planet, we need to change course now. It is crucial for us all to understand that nature and in particular plants are the basis of our existence. Very dear to my heart is that children learn from an early age, how plants are working and what we can do with them.

School gardens are a great place to learn. Inside this “green laboratory” it is possible for boys and girls to observe and discover, recognize life cycles, experience self-efficacy, take responsibility and have a lot of fun in the process.But what does a garden need to look like, in order to be suitable for kids and youngsters and to also encourage learning? How to motivate school kids for gardening? What kind of projects can be done? And which school subjects are linked to them?

These and other questions will be answered during the conference Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future. I am particularly pleased to have taken on the patronage of this event. Our objective is to connect school gardeners throughout Europe and exchange best practices. As CEO of Mainau GmbH, I am very aware that networking and exchanging ideas is of utmost importance. Only learning from each other will enable us to master the challenges ahead.

For a company such as our, working with but also within nature, environmental education is an important topic. Among other things, we started the Europa Minigärtner initiative. This initiative intends to motivate kids to garden and to consider a career in gardening by visiting gardening and landscaping companies. It fills me with a lot of joy to see more and more schools participating in the program and establishing a connection between school gardening and the work of gardening professionals.

Only when kids can experience nature firsthand, we will succeed in encouraging them to act environmentally sustainable. I am therefore incredibly grateful to all those active in school gardening for their great involvement in promoting school gardens as a topic and establishing a trans-European network.I hope the conference Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future will be a success for all participants and facilitate interesting exchanges.

Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin Mainau GmbH, patron of the conference Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future

 

Klimawandel, Biodiversitätsverlust, vielfältige Belastungen von Boden, Wasser und Luft - wir leben in einer Zeit großer globaler Herausforderungen. Damit auch künftige Generationen auf diesem Planeten noch gut leben können, müssen wir jetzt die Weichen richtig stellen. Es ist wichtig, dass wir alle verstehen, dass Natur und speziell Pflanzen die Basis unseres Lebens sind. Deswegen liegt es mir sehr am Herzen, dass Kinder schon früh lernen, wie Pflanzen funktionieren und was man aus ihnen machen kann.

Schulgärten bieten dafür einen großartigen Lernort. In diesem „grünen Labor“ können die Mädchen und Jungen beobachten und entdecken, Lebenskreisläufe kennenlernen, Selbstwirksamkeit erfahren, Verantwortung übernehmen und das mit jeder Menge Spaß.Doch wie muss ein Garten aussehen, damit er Kindern und Jugendlichen gerecht wird und gleichzeitig das Lernen fördert? Wie motiviere ich Schüler*innen zum Gärtnern? Welche Projekte können durchgeführt werden? Und mit welchen Unterrichtsfächern gibt es Verknüpfungen?

Diesen Fragen und mehr möchte die Tagung Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future auf den Grund gehen, für die ich gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. Ziel ist es, Schulgärtner*innen in Europa miteinander zu verbinden und best practice-Beispiele auszutauschen.  Als Geschäftsführerin der Mainau GmbH weiß ich, wie wichtig es ist, Netzwerke zu knüpfen und im Austausch zu bleiben. Denn nur wenn wir voneinander lernen, können wir die anstehenden Aufgaben gut lösen.

Für uns als Unternehmen, das in und mit der Natur arbeitet, ist Umweltbildung ein wichtiges Thema. So haben wir zum Beispiel die Initiative Europa Minigärtner ins Leben gerufen, die Kinder durch Mitmachbesuche in Gartenbaubetrieben für das Gärtnern und den Beruf des/der Gärtner*in begeistern will.  Mit großer Freude sehe ich, dass immer mehr Schulen am Minigärtner-Programm teilnehmen und so eine für alle Seiten bereichernde Verbindung zwischen der Schulgartenaktivität und der Arbeit der Gartenbauprofis schaffen.

Nur wenn Kinder Natur unmittelbar erleben können, wird es uns gelingen, sie zu nachhaltigem Handeln anzuregen. Mein großer Dank geht daher an die zahlreichen für und in den Schulgärten Aktiven für ihr großartiges Engagement, das Thema Schulgarten weiter zu beleben und ein europaweites Netzwerk aufzubauen.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future eine erfolgreiche Veranstaltung und einen anregenden Austausch untereinander.

Bettina Countess Bernadotte, CEO Mainau GmbH, Schirmherrin für die Tagung Schoolgardening in Europe - Teaching and Learning for the Future

Der Hauptvortrag und der Film von der Mainau wurden aufgezeichnet und sind zurzeit in Bearbeitung. Sie werden demnächst verfügbar sein.
Die Zusammenstellung der Materialien aus den Workshops ist vorläufig.

WorkshopReferent*innenMaterialien
Atelier 1 – Klimaschutz / Climate protectionS. Kropf / M. WappelWS01_de.PDF
Atelier 2 – Gärtnern in der Kiste / Mobile Gardening in a boxA. Burtscher-MarteWS02a_de.PDF, WS02b_de.PDF
Atelier 3 – Mathematik und Physik in der Natur unterrichten? / Mathematics and physics in nature? Yes, of course!H. CvachovaWS03_en.PDF, WS03_Flyer_Chaloupky_en.PDF
Atelier 4 – Wie kann ein Schulgarten wachsen? / How to grow a school garden?B. GoldschmidtWS04_de.PDF, WS04_en.PDF
Atelier 6 – Ab in den Garten mit Apps / Off to the garden with apps!E. Zach-HeuerWS06_de.PDF
Atelier 10 – Rettet den Schulgarten! / Save the school garden!H. Olah Vas

WS10_en.PDF

 

Erasmus+ Programme: Schoolgarden goes Europe

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