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Unser Bericht zum Tag des Schulgartens 2025

99099 Erfurt, Internationale Gemeinschaftsschule Erfurt

| Thüringen

Thema: "Schädlinge und Nützlinge im (Schul)-Garten"

Unseren „Tag des Schulgartens 2025“ haben wir am 20. Mai 2025 mit einer 3. Klasse der Internationalen Gemeinschaftsschule Erfurt verbracht und uns dem Thema „Schädlinge und Nützlinge im (Schul)-Garten" gewidmet.
Im ersten Teil des Projekts haben die Kinder das Thema „Schädlinge und Nützlinge“ theoretisch auf interaktive und bewegte Weise kennengelernt. Nachdem wir gelernt haben, wie wichtig es ist, Nützlinge zu schützen und zu fördern, haben die Kinder im zweiten Teil einem der Nützlinge – dem Igel – Orte zum Unterschlupfen gebaut. Auf dem Schulhof verteilt wurden insgesamt vier Igelhäuser gebaut, gestaltet sowie farbig angemalt. Jetzt hat es nicht nur der Igel gemütlich, sondern die Häuser sind auch zierende Hingucker auf dem Schulhof.
In einem anderthalbstündigen Theorieteil haben ab 10:30 Uhr „die Köpfe geraucht“ und unter anderem nach Optionen gesucht, wie man Schädlinge nachhaltig und ohne Gifte bekämpfen sowie Nützlinge fördern und schützen kann.
Doch bevor es richtig losgehen konnte, mussten die Kinder erraten, welches Tier heute Nacht im Schulgarten gesichtet wurde. Als der Tipp gegeben wurde, dass dieses Tier Stacheln hat, war allen klar: Das kann nur der Igel gewesen sein! Die Neugier war geweckt. Was es mit dem Igel auf sich hat, galt es nun herauszufinden.
Inmitten unseres Sitzkreises lagen umgedrehte Blätter, auf denen sich Fragen verborgen haben, die wir nacheinander diskutierten. Unter den Antworten auf die Fragen „Was kann man im Garten entdecken?“, „Was sind unsere Aufgaben im Garten?“, „Was ist gut für den Garten?“ und „Was sollte man im Garten vermeiden?“ haben wir gehört, dass es Tiere gibt, die dem Garten guttun, wie zum Beispiel der Regenwurm, der die Erde lockert, aber auch manche Tiere Pflanzen anknabbern und somit ihnen schaden. Diese Phänomene mussten natürlich eingeordnet werden und somit hatten die Kinder auch schon Ideen, was man unter den Begriffen „Schädlinge“ und „Nützlinge“ versteht und konnten einige Vertreter aufzählen.
Danach sollten die Kinder in Gruppen einzelne Puzzleteile – bestehend aus Tiernamen, Bildern und Infotexten, in denen die Tiere anonym charakterisiert waren – einander zuordnen sowie entscheiden, ob es sich um einen Schädling oder einen Nützling handelt. Es sind fast fehlerfreie Übersichten entstanden, sodass Marienkäfer, Igel, Regenwurm, Florfliege und Fledermaus, aber auch Blattlaus, Schnecke, Spinnmilbe, und Wühlmaus nicht nur ein Bild in den Köpfen hinterließen, sondern auch klar wurde, was Nützlinge und Schädlinge machen und warum sie so heißen. Spätestens an dieser Stelle wurde auch bewusst, was es mit dem Igel auf sich hat und warum er in unserem Projekt eine wichtige Rolle spielt.
Nachdem wir nun schon kleine Schädlings- und Nützlingsexperten geworden sind, haben wir gemeinsam überlegt, wie wir Schädlinge nachhaltig bekämpfen und Nützlinge fördern bzw. schützen können. Sofort war klar: Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sind für alle Tiere, Pflanzen und die Umwelt nicht gut. Deshalb mussten die Kinder nach Alternativen suchen. Durch die Infotexte aus dem Puzzle haben sie schon von einigen Möglichkeiten der nachhaltigen Schädlingsbekämpfung gelesen und wussten, dass man verschiedene Pflanzenarten und -sorten gemischt anbauen sowie Nützlinge fördern kann, damit diese Schädlinge fressen. Auch für die Nützlingsförderung hatten die Kinder zahlreiche Ideen, wie zum Beispiel, Insektenunterkünfte und Fledermauskästen bauen, Totholzhaufen aufstellen, Pflanzen anbauen, die bestimmte Nützlinge anlocken oder eben auch: Igelhäuser bauen.
Somit war der Weg für unseren „Star des Tages“ geebnet und wir wollten mithilfe eines Lückentextes mehr über den Igel herausfinden. So erfuhren wir spannende Fakten über den Igel und erkannten noch einmal, warum er als Nützling so wichtig ist.
Um unser durch den ersten Teil des Projektes erlangtes Wissen auf die Probe zu stellen, haben wir das Spiel „Eins, zwei oder drei“ gespielt und unter anderem noch ein-mal mithilfe von Quizfragen wiederholt, was man unter dem Begriff „Schädling“ versteht, was Marienkäfer, Florfliegen und Igel im Garten darstellen, aber auch, was der Igel in Gefahrensituationen macht.
Das ganze Wissen wollte dann natürlich endlich nach der Mittagspause praktisch angewendet werden und so haben wir in weiteren anderthalb Stunden in Gruppen vier Igelhäuser im Schulgarten und auf dem Schulhof gebaut und gestaltet. Nach einer kurzen Erklärung sowie einigen Hinweisen zu den Materialien und dem Aufbau der Igelhäuser hat es dann starke Arme und lockere Pinselschwünge gebraucht. Mithilfe eines Plans, auf dem der Grundriss des geplanten Igelhauses zu sehen war, fiel der Aufbau mit den Ziegelsteinen nicht schwer. Die Kinder konnten sich während der gesamten Arbeitszeit an der Materialstation selbstständig mit Farben, Pinseln, Mischpaletten, Heu und Stroh bedienen. Nachdem der größte Teil des Aufbaus mit den Ziegelsteinen geschafft war, wurden die Ziegelsteine fleißig bunt bemalt. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und so entstanden wahre Kunstwerke. Im Anschluss wurde noch das Dach – eine mit Dachpappe geschützte Holzplatte – gedeckt und das Haus von innen mit Heu und Stroh ausgestattet, sodass es besonders gemütlich für den Igel ist. Dann wurden noch zwei große Steine zur Sicherung des Daches auf-gesetzt. Doch damit nicht genug: Die Kinder begaben sich auf die Suche nach kleinen Steinen, Stöcken und Ästen, damit das Igelhaus auch besonders ansprechend aussieht.
Am Ende unseres „Tag des Schulgartens“ blickten wir als Planer und Durchführer des Projekts nicht nur in Gesichter von wahren Igelexperten, sondern auch in glückliche Kinderaugen, die mit ihrer Neugier und ihrem Engagement Rückzugsmöglichkeiten für Igel geschaffen und damit einen großen Beitrag zur Nützlingsförderung geleistet sowie zugleich ihren Schulhof ein wenig bunter gestaltet haben.

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