Unser Bericht zum Tag des Schulgartens 2024
99091 Erfurt, Grundschule an der Geraaue
Praxisprojektbericht – Grundschule an der Geraaue
Nach vielen Stunden der Vorbereitung war es am 22. Mai 2024 endlich so weit. Wir, zwei Studentinnen der Universität Erfurt, fuhren schon früh in die „Grundschule an der Geraaue“ und bereiteten das Zimmer vor. Zuerst gab es einen thematischen Input zu gesunder Ernährung, danach sollte das schuleigene Insektenhotel erneuert werden.
Nachdem wir die Tische zu einer großen Gruppe zusammengestellt und ein paar weitere Tische als Buffet aufgebaut haben, klebten wir mit Kreppband eine Pyramide auf den großen entstandenen Tisch. Diese sollte später als Ernährungspyramide genutzt werden. Auf einem weiteren Tisch bauten wir eine Zuckerstation auf, an der die Kinder herausfinden konnten, wieviel Zucker in verschiedenen Lebensmitteln steckt. Die Darstellung erfolgte mit Würfelzucker.
Die Kinder kamen und nach einer kleinen Vorstellungsrunde besprachen wir, welche Ebenen der Ernährungspyramide sie noch kennen (es war im Unterricht schon einmal Thema) und ob sie für die jeweiligen Ebenen Lebensmittel nennen konnten. Im Anschluss daran durfte sich jedes Kind zwei Lebensmittel vom Buffet nehmen und in die Pyramide einordnen. Dabei entstand ein lebhaftes Unterrichtsgespräch, bei dem die Kinder gemeinsam mit unserer Hilfe überlegten, ob alles richtig zugeordnet war, was getauscht oder verrückt werden musste und wo Lebensmittel zugeordnet wurden, die nicht eindeutig in eine Ebene gehörten.
Als alle Lebensmittel auf den Tisch gewandert sind, aßen wir zusammen in Form eines „gesunden Frühstücks“. Es war sehr interessant, was die Kinder aßen oder probierten. Man merkte deutlich, welche Essgewohnheiten sie zu Hause gewohnt waren. Ein Junge faszinierte mich sehr. Die Lehrerin erzählte mir, dass er normalerweise sehr mäkelig sei und wenig ausprobierte. Während des gemeinsamen Essens war er jedoch sehr mutig und probierte fast alles, was auf dem Tisch stand. Es ist schön zu sehen, wie Kinder den Mut aufbringen, Dinge zu probieren, wenn sie die Möglichkeit und den Rückhalt dazu bekommen.
Nach dem Frühstück war die Hofpause und die Zeit nutzten wir, um ein wenig aufzuräumen und den Themenbereich des Insektenhotels vorzubereiten.
Nach der Pause mussten die bestellten Niströhrchen mit Watte an einem Ende verschlossen werden, damit die Insekten besser Unterschlupf finden. Das kostete mehr Zeit als geplant. Als ein Großteil geschafft war, ging es nach draußen und dort wurde das Insektenhotel befüllt. Wir hatten Ziegel mitgebracht, deren Löcher mit Stöcken befüllt und dann ins Hotel gestapelt wurden. Darauf kamen Stammblöcke, die mit Löchern versehen sind und darauf die Niströhrchen.
Es sollten insgesamt zwei Insektenhotels erneuert werden, was wir zum Ende hin leider nicht ganz geschafft haben. Das eine ist fertig geworden, das andere leider nicht komplett und wurde in den nächsten Schulgartenstunden fertiggestellt.
Zum Abschluss an den Projekttag bastelten sich die Kinder eine Samenkugel. Dabei wurden Ton, Erde, Wasser und Blumensamen zu einer Masse verknetet und anschließend zu Kugeln geformt. Wenn diese getrocknet sind, können sie überall auf den Boden geworfen oder verbuddelt werden und es fängt an zu blühen.
Die vielen Vorbereitungen kosteten uns sehr viel Zeit. Das Schnippeln des Obstes und Gemüses einen Tag vorher war dabei neben der Unterrichtsplanung eindeutig am aufwendigsten. Im Nachhinein wussten wir, dass die Hälfte der Lebensmittel gereicht hätte, um unser Vorhaben zu demonstrieren und uns sehr viel Arbeit erspart hätte. Aber daraus konnten wir lernen. Die Unterrichtsplanung gelang uns gut. Die Inhalte waren für die Kinder passend ausgewählt und passten zu der Klasse. Darüber haben wir uns tatsächlich ein wenig den Kopf zerbrochen. Das einzige Manko was in der Reflektion wirklich ins Gewicht viel war die Zeitplanung. Den Inhalt, den wir mit den Kindern bearbeiteten, hätte man auf mindestens zwei Projekttage verteilen können. Dann wäre mehr Zeit geblieben, um in die Tiefe zu gehen und entspannter an der Erneuerung des Insektenhotels zu arbeiten. Das Pensum und die Zeit werde ich beim Nächsten Mal auf jeden Fall berücksichtigen und beide Themen getrennt voneinander ausführlicher mit einer eigenen Klasse erneut aufgreifen.
Durchgeführt von Emily Baumann und Mia Wenner